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Praktikum in Malta – meine erste Praktikumswoche

Praktikum in Malta – meine erste Praktikumswoche

So, meine erste Praktikumswoche habe ich geschafft. Nach meinem ersten Arbeitstag hatte ich euch ja schon einen kleinen Facebook Post geschrieben. Jetzt möchte ich dir aber von meiner ersten Woche berichten. So kannst du dir besser vorstellen, was ich während meines Praktikums mache.

 

Sport Malta – mein Praktikumsgeber

Mein Auslandspraktikum absolviere ich, wie du vielleicht schon weißt, bei Sport Malta. Sport Malta ist praktisch das nationale Sportkomitee von Malta und steht unter staatlicher Verantwortung. Die Hauptaufgabe von Sport Malta ist es, die Malteser zum Sport zu begeistern. Außerdem sollen innovative, lustige und sinnvolle Erlebnisse im Sport gefördert werden. Sport Malta betreut verschiedene Sport Zentren in ganz Malta. Für mich bedeutet das, dass ich überall mal hinkomme, und auch verschiedene Orte sehe. Mehr Informationen zu Sport Malta findest du auf ihrer Homepage.

 

Was ich bisher in meinem Praktikum mache

Derzeit arbeite ich in einem Team mit acht Arbeitskollegen zusammen. Das Team beschäftigt sich vor allem mit Kindern und Jugendlichen im Schulalter, und gestaltet einen Teil des Schulsports. Neben dem Schulsport an sich werden auch sportliche Ausflüge organisiert und durchgeführt. Des Weiteren werden Sportangebote geplant und organisiert.

 

Gestaltung des Schulsports

Anders als in Deutschland haben die Schulen in Malta keine eigenen Sporthallen. Aus diesem Grund kommen die Schüler zum Sport zu den Sport Zentren, die von Sport Malta betreut werden. Die Gestaltung des Sportunterrichts übernehmen die Mitarbeiter von Sport Malta, „normale“ Lehrer (also keine Sportlehrer) helfen aber bei der Betreuung der Schüler. Das ist vor allem daher wichtig, weil häufig mehrere Schulklassen zeitgleich den Sportunterricht haben.

Am Montag kamen zum Beispiel sechs (!!!) Schulkassen zeitgleich zum Sport. Jede Klasse kam mit zwei Lehrern und es gab drei Mitarbeiter von Sport Malta (plus mich). Damit so viele Kinder überhaupt zeitgleich sportlich aktiv sein können, wurden verschiedene Station aufgebaut, die die Kinder nacheinander absolvieren mussten. An einem anderen Tag kamen zwei Klassen zum Leichtathletik-Unterricht, und wir waren vier Mitarbeiter, die verschiedene Disziplinen behandelt haben.

Generell bin ich erschreckt, was für eine schlechte körperliche Fitness viele der Kinder aufweisen. Einige Kinder konnten beispielsweise nicht ohne Probleme auf Zehenspitzen gehen. Vor allem bei koordinativen Aufgaben scheitern viele Kinder. Außerdem hat es bestimmt die Hälfte der Kinder nicht geschafft, eine Runde (400m) auf der Laufbahn zu laufen. Und das sind nur einige der Aspekte, bei denen viele Kinder gescheitert sind. Ich „schimpfe“ zwar auch oft über die deutschen Kinder, aber im Vergleich zu den maltesischen Kindern ist das wirklich nichts.

Ich möchte an dieser Stelle aber natürlich auch sagen, dass es schon auch sportliche Kinder gibt. Aber es ist in meinen Augen (von dem, was ich bisher gesehen habe) wirklich der geringere Teil. Positiv überrascht war ich allerdings, als ich beim Handball-Unterricht geholfen habe. Im Vergleich zu den restlichen Sportstunden, die ich gesehen habe, lieferten die Jugendlichen im Schnitt eine deutlich bessere Performance ab.

 

Sportliche Ausflüge

Mit den Schülern werden auch sportliche Ausflüge gemacht, die vorher geplant worden sind. Am Freitag haben wir beispielsweise eine Wanderung in ein eher abgelegenes Gebiet von Malta gemacht. Es geht bei solchen Ausflügen darum, den Kindern die möglichen Bewegungsmöglichkeiten im Alltag vorzustellen. Viele maltesische Kinder spielen nämlich nicht mehr draußen. Außerdem sollen die Kinder so ihre Umgebung und ganz Malta besser kennenlernen.

Erschreckenderweise kennen sich nämlich viele Kinder nicht in ihrer Umgebung aus, geschweige denn, dass sie mal andere Ecken von Malta gesehen haben. So gibt es zum Beispiel Kinder, die noch nie ein Bauernhaus oder Klippen gesehen haben. Ja, dass konnte ich auch erst nicht glauben. Aber mir haben das zwei Arbeitskollegen unabhängig voneinander erzählt, also scheint da was dran zu sein.

So eine Wanderung ist natürlich auch für mich besonders lohnenswert. So kann ich einiges von Malta sehen, was ich sonst vielleicht nicht entdeckt hätte.

 

Organisation und Planung von Sportangeboten

Ein weiterer Aspekt der Arbeit in diesem Team ist die Planung und Organisation von Sportangebot für Schüler. So habe ich diese Woche mit einem Arbeitskollegen beispielsweise einen großes Waldgebiet / eine große Parkanlage besucht. Dort haben wir geschaut, ob es Flächen gibt, auf denen Outdoor Sport angeboten werden kann. Außerdem haben wir überlegt, unter welchen Sicherheitsaspekten eine Realisierung möglich wäre.

Für die möglichen Outdoor Sportflächen haben wir uns außerdem verschiedene Stationen und Übungen überlegt, die dort angeboten werden könnten. Diese Überlegungen umfassten Aspekte wie Kräftigungsübungen, koordinative Übungen oder Ausdauerübungen. Ziel ist es, dass mehr maltesische Kinder und Jugendliche zum Outdoor Sport (bzw. generell zu mehr Bewegung draußen) motiviert werden.

 

Wie meine Arbeitskollegen so drauf sind

In meinem Team wird sehr entspannt gearbeitet. Generell scheinen sich die Malteser keinen Stress zu machen. Sie nehmen die Dinge einfach so hin, wie sie sind. Auch an Pausen sparen die Malteser bislang nicht. Alle Arbeitskollegen, die ich bisher kennengelernt habe, sind sehr nett, freundlich und hilfsbereit. Verwirrend ist nur, dass die Malteser manchmal ins Maltesische rutschen, wenn sie sich angeregt über etwas Spannendes unterhalten.

Mit der Pünktlichkeit nehmen es die Malteser nicht so ernst. An meinem ersten Arbeitstag lies mich mein Ansprechpartner für mein Praktikum über eine Stunde warten. Allerdings wurde mir wie selbstverständlich mitgeteilt, dass er häufig erst nach halb neun auftaucht. Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass es normal ist, dann zur Arbeit zu kommen, wie man es gerade schafft.

An einem Morgen wollte mich beispielsweise ein Arbeitskollege netterweise einsammeln. Dieser kam dann erstmal eine halbe Stunde zu spät. Eigentlich wollten wir, als er endlich bei mir war, zu diesem Zeitpunkt schon bei der Arbeit sein. Aber immerhin schrieb er mir (als er schon zehn Minuten zu spät war  ), dass er im Verkehr steckt und noch etwas braucht. Zu seiner Verteidigung: den Treffzeitpunkt für den nächsten Tag hat er dann einfach eine halbe Stunde nach hinten gelegt. Tatsächlich war er dann nur fünf Minuten zu spät. Also fast pünktlich!

Süß ist außerdem, dass mir meine Arbeitskollegen andere Treffzeitpunkte sagen, als sie es sich untereinander absprechen. Wollen wir uns beispielsweise um viertel vor neun irgendwo treffen, soll ich erst um neun Uhr kommen. Warum? Naja, von ihnen ist sowieso keiner vor neun Uhr da, aber sie wissen, dass ich (gute deutsche Tugend) pünktlich bin.

 

Mein Fazit zu meiner ersten Woche im Praktikum

Insgesamt hatte ich eine sehr interessante und abwechslungsreiche Arbeitswoche. Bisher was alles ganz entspannt, meine Kollegen sind alle sehr nett und es gefällt mir wirklich gut. Ich bin gespannt, was mich noch alles in meinem Praktikum erwarten wird, bin aber ganz optimistisch.

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Julia

1 Kommentar

  1. Oh das klingt toll! Ich würde auch gerne ein Auslandspraktikum machen 🙂
    Liebe Grüße,
    Laura von lauraskreativecke

Kommentare

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