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Der Mythos von dem Muskelkrampf und dem Magnesium

Der Mythos von dem Muskelkrampf und dem Magnesium

Viele Sportler haben ihn schon erlebt: den Muskelkrampf. Muskelkrämpfe können sowohl während einer Belastung als auch nachts im Schlaf auftreten. Außerdem treten Muskelkrämpfe manchmal auch in Ruhe auf. Die weit verbreitete Meinung lautet: „Nimm Magnesium, dass hilft gegen deine Krämpfe!“. Aber hilft Magnesium wirklich?

 

Was Muskelkrämpfe auslöst

Abgesehen von möglichen pathologischen Ursachen, treten Muskelkrämpfe häufig im Zusammenhang mit Sport auf. Als Auslöser von Muskelkrämpfen im Sport ist Magnesium als vermeintliche Ursache bekannt. Dieser Zusammenhang ist allerdings nicht belegt. Ganz im Gegenteil – Magnesium ist für viele Stoffwechselvorgänge von großer Bedeutung. Würde ein Magnesiummangel einen Muskelkrampf auslösen, dürften zeitgleich zahlreiche wichtige Stoffwechselvorgänge nicht mehr funktionieren. Dies würde deutlich verheerendere Auswirkungen zur Folge haben. Da dies aber nicht der Fall ist, kann ein Magnesiummangel als Ursache für Muskelkrämpfe weitgehend ausgeschlossen werden. Aber was löst denn dann einen Muskelkrampf aus?

Die möglichen Auslöser im Zusammenhang mit sportlichen Training sind vielfältig. Typisch ist, neben einer zu hohen Belastungsintensität, auch eine starke Ermüdung der Muskulatur. Auch ungewohnte Bewegungen oder Haltungen im Training fördern das Auftreten von Krämpfen. Diese ungewohnten Bewegungen oder Haltungen können sowohl durch neue Sportarten als auch durch neue Sportgeräte (z.B. neuer Sattel) hervorgerufen werden. Weitere Ursachen für Muskelkrämpfe können unter entsprechenden Umständen in Glykogenverarmungen, Elektrolytverlusten oder starken Flüssigkeitsverlusten liegen. Des Weiteren verstärken hohe Außentemperaturen das Auftreten von Muskelkrämpfen.

 

Was bei einem Muskelkrampf wirklich hilft

Als allererstes solltest du den betroffenen Muskel solange dehnen, bis der Krampf sich löst. Anschließend solltest du nur noch mit geringer Intensität weitertrainieren. Außerdem solltest du darauf achten, genug Wasser, Elektrolyte und Kohlenhydrate über die normale Nahrung (Essen und Trinken) aufzunehmen.

 

Wie Muskelkrämpfe vermieden werden

Wenn du verstanden hast, wodurch Muskelkrämpfe ausgelöst werden, weißt du auch, wie du sie vermeidest. Achte in erster Linie auf eine angemessene Belastungsintensität. Außerdem solltest du versuchen, einen guten Trainingszustand zu erreichen und zu behalten. So können schnelle und zu starke Muskelermüdungen vermeiden werden. Nach dem Training solltest du dir Zeit für die Regeneration und regenerationsfördernde Maßnahmen nehmen. Des Weiteren solltest du auf eine ausreichende und rechtzeitige Zufuhr von Flüssigkeit, Kohlenhydraten und Elektrolyten achten. Dies ist vor allem bei hohen Außentemperaturen von Bedeutung.

 

Die Bedeutung von Magnesium im Sport

Welche Bedeutung hat Magnesium denn überhaupt für Sportler? Wie ich schon geschrieben habe, spielt Magnesium bei der Auslösung von Muskelkrämpfen im Sport keine Rolle. Durch sportliche Aktivitäten erhöht sich der Bedarf an Magnesium nicht bemerkenswert. Durch eine ausgewogene Ernährung wird der tägliche Bedarf an Magnesium ausreichend abgedeckt. Daher ist eine zusätzliche Aufnahme von Magnesium im Sport nicht notwendig und führt auch nicht zu einer Leistungssteigerung. Übrigens: Es tritt bei Sportlern nicht häufiger ein Magnesiummangel auf als bei Nicht-Sportlern.

 

 


Die Inhalte aus meinen Artikeln entstammen meiner Recherche, aus Erfahrung und aus gelernten Inhalten aus meinem Studium. Trotz größter Bemühungen erhebe ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit. Wenn dir andere Informationen vorliegen, freue ich mich über einen Hinweis.


Weiterführende Literatur zu diesem Thema findest du in:

Tomasits, J. & Haber,P. (2016). Leistungsphysiologie: Lehrbuch für Sport- und Physiotherapeuten und Trainer (5. Auflage). Springer-Verlag: Berlin Heidelberg**

und auf
Swiss Forum Sport Nutrition

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Julia

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